Der Stand unserer Wasserkrise: Warum Städte den Rückstand bei der unterirdischen Infrastruktur überwinden müssen

Oft nehmen wir das was wir nicht sehen als selbstverständlich hin. Dies gilt insbesondere für Infrastruktur, die unter der Oberfläche vergraben ist. Unterirdische Rohrleitungen versorgen unsere Häuser und Geschäfte mit sicherem Wasser und halten uns am Leben. Doch in Nordamerika wurde die Wichtigkeit des Austausches und der Modernisierung dieser lebenswichtigen Rohre weitgehend ignoriert.

Tatsächlich ist die Zahl der Wasserleitungsbrüche in der Vergangenheit wahrhaftig umwerfend: Es gibt etwa 240.000 Wasserleitungsbrüche in den USA pro Jahr. Viele Städte und Gemeinden haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser als Folge unzureichender finanzieller Mittel für den Ersatz oder die Modernisierung veralteter Wasserleitungen. (german link)

Alternde Wasserleitungen

Wasserleitungen sind nicht unzerstörbar und verschlechtern sich mit der Zeit. Heutzutage haben sie meisten Wasserleitungen eine Lebensdauer von etwa 75 Jahren, eine Zahl, die überraschend niedriger ist als in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg, als die durchschnittliche Lebensdauer bei über 100 Jahren lag. Das bedeutet, dass ein Großteil des unterirdischen Rohrleitungsnetzes, das während des wirtschaftlichen Aufschwungs nach dem Zweiten Weltkrieg angelegt wurde, in den nächsten zwei Jahrzehnten ersetzt werden muss. Das große Bevölkerungswachstum, das die Vereinigten Staaten im 21. Jahrhundert erlebt haben, macht die Sache noch komplizierter.

Der Stand der Dinge im Land

Viele Städte in den USA tragen hohe Schuldenlasten, so dass es schwierig ist, Verbesserungsinvestitionen zu tätigen. Tatsächlich haben vielen Städte mit ihren Wasserfinanzen zu kämpfen. Laut einer Studie von Brookings rangierten im Jahr 2015 nur 11 von 97 Städten in sechs Kategorien der Wasserfinanzierung und verwandter Wirtschaftsindikatoren auf Platz eins.

Untersuchungen zeigen, dass es eine erhebliche Diskrepanz zwischen dem Investitionsbedarf und den verfügbaren Ressourcen gibt. Mehr als 88 Prozent der Amerikaner glauben, dass es eine Notwendigkeit gibt, Infrastrukturmaßnahmen zu ergreifen, aber nur 17 Prozent der Versorgungsunternehmen sind zuversichtlich, dass sie die Kosten der bestehenden Dienstleistungen durch Tarife und Gebühren decken können. (german link)

Einige Städte reagieren jedoch gut auf diese Krise, indem sie mehr in den Schutz der Wassereinzugsgebiete investieren. So können sie ihre Infrastruktur sichern und die Kosten für die Wasseraufbereitung senken.

Die Konsequenzen auf einen Blick

Die Folge des Rückstaus in unserer Wasserinfrastruktur ist kostspielig. Schließlich hängt unser wirtschaftlicher und persönlicher Lebensunterhalt vom Zugang zu sauberem Wasser ab. Nachfolgend sind 3 Hauptthemen aufgeführt, die sich aus der Verzögerung von Investitionen in die Trinkwasserinfrastruktur ergeben:

1. Steigende Kosten für zukünftige Investitionen - Aktuell beläuft sich der Investitionsbedarf für vergrabene Trinkwasserinfrastrukturen in den nächsten 25 Jahren landesweit auf mehr als 1 Billion Dollar. Sollte sich die Investition verzögern, würde diese Zahl aufgrund vermehrter Rohrbrüche noch steigen.

2. Verschlechterung der Wasserversorgung - Laut der US-Umweltschutzbehörde befinden sich 25% der Wasserleitungen des Landes in einem schlechten Zustand. Es wird weiter erwartet, dass diese Zahl bis 2020 auf 45% ansteigen wird, wenn keine neuen Pläne ausgearbeitet und umgesetzt werden.

3. Erhöhte Gefährdung der öffentlichen Gesundheit - Blei und Kupfer können ins Trinkwasser auswaschen, wenn Rohrleitungen korrodiert sind. Diese langfristige Exposition kann zu einer Vielzahl von Gesundheitsproblemen wie Hirnschäden, Nierenversagen und Magen-Darm-Krankheit führen.

Was kann getan werden?

Leider gibt es keine einfache Lösung, um ein gigantisches Problem wie die Krise der unterirdischen Wasserinfrastruktur des Landes anzugehen. Unabhängig davon muss sich der Wandel vollziehen, wenn wir Verbesserungen erreichen wollen. Nachfolgend finden Sie einige Lösungen, die die Situation erleichtern würden:

Innovative Finanzierungslösungen - Ein Ansatz ist es, dass Städte die Notwendigkeit von Trinkwasser und Abwasser als Teil des Ganzen betrachten. So verabschiedete Los Angeles beispielsweise einen One Water LA 2040 Plan zur Koordinierung des Wassermanagements über alle städtischen Einrichtungen hinweg, was zu einer Finanzierung von Kapitalverbesserungen in Höhe von mehr als 10 Milliarden Dollar führte.

Technologie -Technologien wie intelligente Wasserleitungsüberwachung und prädiktive Analysen könnten dabei helfen, potenzielle Anlagenausfälle zu identifizieren und Reparaturen zu beschleunigen, um die Betriebskosten zu senken.

Sorgfältige Bebauungspläne - Investitionen in die unterirdische Infrastruktur sind teuer. Deshalb ist eine sorgfältige Planung erforderlich, wenn es darum geht, Investitionsprogramme für Wassereinzugsgebiete zu entwickeln. Zu den Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt, gehören die Identifizierung von Risiken und Finanzierungsmechanismen, die Definition klarer Rollen und Pläne für die Programmverwaltung sowie die Überwachung und Bewertung der Ergebnisse.

Mehr Austausch - Erhöhen Sie das öffentliche Bewusstsein und Engagement für dieses Thema, um politische Entscheidungsträger, Regierungen und Investoren zum Handeln zu bewegen.

Die Zeit ist reif

Die Krise der unterirdischen Wasserinfrastruktur in den USA ist verheerend. Ohne Gegenmaßnahmen würde sich der Zustand der unterirdischen Infrastruktur nur verschlechtern. Viele mögen sich bei der Bewältigung dieses Problems ohnmächtig fühlen, aber jeder kann seinen Teil beitragen, etwas zu bewegen. Das kann damit beginnen, das Bewusstsein für das "vergrabene Thema" zu schärfen.